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Fast jeder Europäer, der von einer Reise aus Asien kommt, erzählt von der allgegenwärtigen Freundlichkeit, Friedliebigkeit und dem immerwährende Lächeln der Menschen. Sei es in Thailand, Hong Kong, Taiwan oder China. Im deutlichem Gegensatz zu dieser Grundstimmung feierte man in Peking jüngst zum bestehen des 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik China mit der größten Waffenschau seiner Geschichte.
Als Oberkommandierender, in einer dunkelgrau, traditionell gekleideten Mao-Jacke nahm Präsident Hu Jintao die Truppen stehend ab. Höhepunkt der ersten Militärparade seit zehn Jahren waren nuklear bestückbare Interkontinentalraketen. Diese lösten begeisterte Rufe und Applaus aus. Jedoch war das normale Volk nicht zugelassen. 17 Millionen Pekinger waren aufgefordert, das Propagandaspektakel am Fernsehen zu verfolgen, denn die Militärparade fand unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Um die bislang größte Luftwaffenschau präsentieren zu können, wurde am Tag zuvor mit künstlich erzeugtem Regen der Nebel und Smog vertrieben. Bei schönem Wetter flogen daraufhin Hubschrauber, Bomber und 151 Kampfjets (15 davon erstmals von Pilotinnen gesteuert) über die Hauptstadt.
In der Rede vor dem Tian’anmen-Tor versicherte Chinas Staats- und Parteichef, das China einer friedlichen Entwicklung verpflichtet sei. Die Militärparade mit ihren fortschrittlichsten Waffensystemen demonstriere lediglich die Entschlossenheit der Armee, „die Sicherheit und Interessen der Nation sowie den Weltfrieden zu sichern“, teilte der Präsident mit. China verfolge eine defensive Militärpolitik. Auch sollte der Patriotismus, der Stolz des Volkes auf die Nation und Armee gefördert werden. Dort wo einst am 1. Oktober 1949 Mao Tsetung die Republik ausgrief, versicherte Präsident Hu Jintao, das China an seiner Reformpolitik festhalten werde. Denn nur Reform und Öffnung könne die Entwicklung Chinas, des Sozialismus und Marxismus sicherstellen. China sei auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts, der Souveränität und territorialen Integrität zur Zusammenarbeit mit anderen Ländern bereit. Mit Blick auf Taiwan bekräftigte die kommunistische Führung den Willen zu einer „friedlichen Wiedervereinigung“, droht indes der demokratischen Inselrepublik aber gleichwohl mit einem Militärschlag, falls sie sich formell unabhängig erklären sollte.

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