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Das Touristik-Marketing hat schwule Männer und lesbische Frauen als neue Zielgruppe für sich erspäht. Grund dafür ist die Meinung, dass schwule Paare meist Doppelverdiener seien und daher in ihrem Urlaub mehr Geld ausgeben könnten, welche auch von internationalen Studien unterstützt wird. Das deutsche Reiseunternehmen TUI hat ermittelt, dass Gay-Touristen Gewicht auf hohe Qualität legen und bedeutend häufiger verreisen als ihre heterosexuellen Mitbürger. Im Jahr 2006 haben 94% aller deutschen Schwulen und Lesben eine Urlaubsreise durchgeführt, 22% von ihnen haben sich überdies vier Mal im Jahr Erholung vom stressigen Alltag gewährt. Im Tiroler Ötztal und am wunderschönen Wörthersee legt man mit ausgefallenen Angeboten den Fokus auf anspruchsvolle, homosexuelle Touristen. In Sölden findet einmal im Jahr das einwöchige „Gay Snow-Happening“ statt. Dieses beginnt mit einem Hüttenabend-Warm-up. Die Wintersportmetropole hat sich auf die außergewöhnlichen Gäste gut eingestellt. In der Ortsmitte flattern Fahnen in Regenbogenfarben, für die neuartige Gästeschicht hat der örtliche Tourismusverband extra schwulenfreundliche Hotels ausgewählt. Anfangs waren die Vermieter noch argwöhnisch und stellten sich die Frage gestellt, ob man darauf wirklich angewiesen sei. Jedoch haben Gastronomie und Hotellerie inzwischen eingesehen, dass es sich rentiert, sich um solche Kunden zu kümmern. Immerhin wird die Anzahl reisefreudiger Homosexueller allein im deutschen Raum auf 5,5 Millionen geschätzt. Es kommen aber auch schwule und lesbische Wintersportler aus den Benelux-Ländern, aus Russland, Spanien und England ins schneeverwöhnte Ötztal. Skihütten, Nachtlokale und Restaurants wurden für sie freigehalten, damit sie unter ihresgleichen bleiben können. Das Wochenprogramm ist mannigfaltig und erstreckt sich vom szenetypischen Karaoke-Abend bis hin zur ausgefallenen Travestie-Show. Im sogenannten „Q-Stall“ steigt die gutbesuchte Farewell-Party. Sölden ist dennoch nicht der alleinige österreichische Ort, der die Homosexuellen als ertragsreiche Gästeschicht ausgemacht hat. Am Wörthersee findet „Internationale Gay-Festival“ in Pörtschach statt. Die deutsche Agentur Communigayte hat den See für die homosexuelle Gemeinschaft entdeckt. Ein Grund waren dabei die Verbindungen nach Kärnten durch sogenannte Low-Cost-Carrier. Sollte „Pink-Wave“, wie das Festival momentan in der Szene angepriesen wird, der Durchbruch gelingen, ist man im Begriff, es zu einem dauerhaften Event zu machen. Hierfür werden Lokale, in denen die Gay-Community willkommen ist, mit pinkfarbenen Streifen markiert, auf gecharterten Schiffen sollen Partys veranstaltet werden, die Insel im Promenadenbad wird für die schwulen und lesbischen Gäste reserviert.

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