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SkiareaMit den Osterferien 2010 endet auch in diesem Jahr der Höhepunkt einer großartigen Skisaison. Skigebiete in den Alpen, den Dolomiten und weiteren europäischen Mittelgebirgen lockten wieder jede Menge Touristen in namhafte Orte wie St.Gallen, Mayrhofen oder Veysonnaz. Jedes Jahr werden neue Lifte gebaut, neue Pisten erschlossen und ständig neue Superlative lassen die Besuchermassen schneller die Berge rauf und wieder runter kommen.

Eine Hand voll Hobbyarchäologen stellt sich seit neustem diesem Trend und beweist, dass Wintersport mehr sein sollte, als nur ein Geschäft mit der Freizeit. Um den Liftarchäologen Kristian Hasenjäger schart sich eine Gruppe, die sich auch als LSAP bezeichnet: „Lost Ski Area Project“. In seiner Freizeit besteigt der Hochschuldozent für Wirtschaftsinformatik Berge, die einst für den Tourismus erschlossen wurden oder werden sollten. Meistens waren es aber am Schluss Sicherheitsbestimmungen oder wirtschaftliche Schwierigkeiten, die eine weitere Nutzung der Infrastruktur unrentabel machten. Verwitterte mannshohe Zahnräder, Betonklötze mit alten Beschilderungen und hier und da mal ein Zeichen vergangenen menschlichen Lebens – All dies sind Eindrücke, die per Kamera festgehalten und über diverse Internetpräsenzen publik gemacht werden. Gekrönt werden die Besuche solch teilweise gruseligen Relikte durch Freeride-Abfahrten über alte Pisten mit garantiert echtem Schnee.

mountainDass diese Art der Expeditionen nicht für die breite Masse gemacht ist zeigen plötzliche Abbruchkanten im Gelände, Gletscherspalten und sonstige Unwegsamkeiten, die einem ungeübten Skifahrer zum Verhängnis werden könnten. Viel mehr möchten die Liftarchäologen auf den Ursprung des Wintersports aufmerksam machen und fordern mehr Nachhaltigkeit in der Benutzung der Naturräume. Schlangen an den Liften und vermeintlich antiquierte Teller- und Schlepplifte hätten desweiteren den zusätzlichen Effekt, dass sich weniger Sportler gleichzeitig auf den Pisten aufhalten und somit das Risiko für den Einzelnen sinkt.

Ein weiterer Nebeneffekt des LSAP ist die Erkenntnis über ökologischen Veränderungen: Am Furgggrat sollte ein Betontunnel Skifahrer auf eine Gletscherabfahrt leiten, die wesentlich einfacher zu fahren war. Dies war vor 20 Jahren noch möglich, heutzutage endet der Tunnel allerdings mehrere Meter über dem Gletscher.

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