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bgh-tui-befoerderungskostenDer Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Reiseveranstalter ihre Preisgestaltung weiterhin flexibel gestalten dürfen, in gewissem Umfang. Zuschläge, die schwer zu kalkulieren sind, werden weiterhin auf Flugpreise aufgeschlagen. Laut BGH muss der Pauschalurlauber Zusatzkosten wie Flughafenzuschläge bis zu 50 Euro in Kauf nehmen. Durch diese Entscheidung vom Donnerstag wurde eine Klage der Zentrale zur Bekämpfung wegen unlauteren Wettbewerbs gegen TUI abgewiesen.

TUI darf in seinen Katalogen, bis zur Buchung Flughafenzu- oder abschläge auf den Preis aufschlagen. Aktuelle Konditionen darf der Kunde im örtlichen Reisebüro erfragen, damit die Preiskalkulation auch stimmt. Laut BGH benachteiligt diese Art der Vertragsgestaltung den Kunden nicht in unangemessener Weise. Seit Ende 2008 darf der Reiseveranstalter Preisanpassungen vornehmen, um den steigenden Beförderungskosten Herr zu werden. In einem Musterverfahren drang TUI auf anhaltende Flexibilität, da das Unternehmen als Kataloganbieter keinen Nachteil gegenüber Internetangeboten in Kauf nehmen wollte. Denn im Internet können die Anbieter auf geänderte Kosten direkt reagieren und die Preise in Echtzeit neu kalkulieren und anzeigen lassen.

Des Weiteren entschied der BGH, dass Kunden von ihrer bereits gebuchten Reihenfolge der Flüge abweichen dürfen. Das bedeutet, dass ein Kunde seinen Flug auch wahrnehmen darf, wenn er nicht im Zubringerflugzeug sitzt, sondern direkt am Flughafen des startenden Fernfluges erscheint. Diese Entscheidung hebelt ab sofort Regelungen der British Airways und der Lufthansa aus, welche besagten, dass die Tickets bei nicht Einhaltung der Flugreihenfolge verfallen.

Diese Regelung der Fluggesellschaften sollte verhindern, dass Fluggäste eines Flugs mit Zwischenlandung die Möglichkeit haben nur einen Teil der gebuchten Strecke wahrnehmen und somit ein preisgünstigeres Angebot nutzen können. In manchen Fällen ist eben ein solches Angebot günstiger als der Fernflug alleine, somit entsteht der Anreiz für den Kunden, das Angebot zu buchen und den Zubringerflieger leer starten zu lassen. Doch das Urteil besagt auch, dass die Fluggesellschaften bei Abweichung von der geplanten Flugreihenfolge den höheren Preis für den wahrgenommenen Fernflug verlangen dürfen.

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