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Touristik-News-ReiserechtLaut eines Urteils des Landgerichts Köln muss ein Reiseveranstalter die Touristen in einem gleichwertig ausgestatteten Hotel unterbringen, wenn die eigentliche Unterkunft überbucht ist. Wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ erklärt, hatten die Kläger eine Griechenland Urlaubsreise gebucht. Bei ihrer Ankunft in Griechenland stellte sich aber heraus, dass die von ihnen reservierte Ferienunterkunft bereits überfüllt ist und sie, ohne ihres Wissens, in ein anderes Hotel umgebucht wurden. Die Ferienunterkunft für den Familienurlaub, wurde im Katalog des Reiseveranstalters als „komfortabel“ beschrieben. Außerdem soll die Ferienunterkunft „elegant eingerichtet“ gewesen sein. Dies war aber im Hotel, in das sie umgebucht wurden, nicht der Fall. Anstatt eines Familienzimmers für vier Personen mit zusätzlichem Schlafraum gab es keine getrennten Schlafräume für Eltern und Kinder. Für das Gericht ein eindeutiger Reisemangel, da der Familienurlaub in ihrem Wert durch das Schlafen in einem Zimmer deutlich gemindert wird. So gehöre es zum Erholungswert für die Eltern, beispielsweise Zeit zu Zweit zu verbringen oder in Ruhe Lesen oder Fernsehen schauen zu können und Zeit zur Erholung zu haben. Gibt es also zum Beispiel in der Ferienunterkunft anstatt zwei Schlafräumen nur einen, steht den Urlaubern eine Minderung des Reisepreises um ein Viertel zu.
Ein fehlender Balkon hingegen ist lediglich ein kleiner Reisemangel, wie aus einem früheren Urteil hervor geht. Eine Pauschalurlauberin war aus ihrem Hotel ausgezogen, da der mitgebuchte Balkon fehlte. Das Landgericht Frankfurt/Main entschied, dass das Fehlen des Balkons den Reisepreis nur um 20 Prozent mindere. Ein Urlauber habe aber erst das Recht, das Hotel zu wechseln, wenn ein erheblicher Mangel besteht. Erhebliche Mängel werden vom Gericht meist an der 50-Prozent-Grenze angesetzt. Die Touristin hatte die Unterkunft gewechselt, da ihr eigentliches Hotel kein Zimmer mit Balkon angeboten hatte und somit den Reisevertrag mit dem Reiseveranstalter gekündigt. Ihre Klage wurde demnach abgewiesen.

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