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Der Gesundheitstourismus in Ungarn ist eine Konjunkturbranche. Vor allem Deutsche sind es, die dem Wirtschaftszweig des Balkanlandes hohe Wachstumsraten bescheren.

UngarnDie Zahl der Urlauber stieg in Ungarn im vergangenen Jahr um 4,8% – die Anzahl der Übernachtungen hat sich sogar fast verdoppelt. Nach den Prognosen für das laufende Jahr soll der Trend weiterhin anhalten. Besonders die Sparte des Gesundheitstourismus ist ausschlaggebend für den Wachstumsimpuls. Über ein Drittel der Medizin-Touristen kommen aus Deutschland. Dabei sind Kuren in dem klassischen Bäderland Osteuropas bei den Deutschen schon lange beliebt. Die zahlreichen Städte der westlichen Bäderstraße waren schon zur Zeit des Goulasch-Kommunismus oft angepeilte Reiseziele. Die rund 1000 Heilquellen, die schon die Römer der Antike zu nutzen verstanden, brachten in Ungarn eine lange Tradition der Balneologie hervor. Ungarische Ärzte und Therapeuten gelten heute als hervorragend ausgebildet.

Der neuerliche Boom des Fremdenverkehrs hat einen pragmatischen Grund: Die Gesundheitsreform. Besonders der in Deutschland teure Zahnersatz ist in Ungarn günstiger zu bekommen. Die Deutschen verbinden die Behandlung gerne mit einem Urlaub in einem der zahlreichen Wellness-Hotels. Um Kosten zu sparen fördern bundesdeutsche Krankenkassen das Modell des Gesundheitstourismus schon seit Jahren. Das Gesundheitsmodernisierungsgesetz von 2004 garantiert gesetzlich Versicherten einen Behandlungsanspruch im gesamten EU-Raum. Die ungarische Regierung will die Konjunktur im Medizintourismus noch gezielt fördern. Der “Szécheny-Plan”, so heißt eine Initiative von 2010, soll Ungarn zu einem Spitzenreiter im weltweiten Ranking des Gesundheitstourismus machen. Auch die klassischen Kuren und das Wellness-Angebot der Magyaren-Republik wollen die Gesundheitspolitiker stetig ausbauen. Die ungarische Regierung hat das Förderprogramm auch deswegen ins Leben gerufen, weil Gesundheitsreisen weniger saisonabhängig sind als ein einfacher Erholungsurlaub.

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